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Garota de Ipanema 5. Oktober 2006

Posted by Micha in Brasil 2006, Offroad.
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Mythological Guanabara
by Remo Bernucci

The skirt, the waves of the sea;
The curved waist, the beaches;
The breast, the mountains;
The hair, the forests;
The silhouette, the gracefulness of the carioca woman;
And at the foot of the statue, the ibis.

Wäre ich in Europa gefragt worde, welche wohl die typischste Stadt Brasiliens ist, hätte ich vermutlich ‘Rio de Janeiro‘ geantwortet. Aber die Stadt hat ihre eigene Atmosphäre. Rio ist Rio. Vielleicht sind die Menschen hier noch ein wenig zurückgelehnter. Der ständige Umgang mit den Touristen und die Nähe zum Strand wird ihren Teil dazu beitragen.

Sonntag Mittag traf ich am Flughafen Anna Paula, Marcos ältere Schwester und Luiz Henrique, seinen Cousin. Die beiden wollten mir für die nächsten vier Tage versuchen die Stadt zu zeigen. Die Fahrt zur Wohnung einer Freundin der beiden führte über den Highway direkt durch eine Favela. Das ist das Problem der hohen Kriminalitätsrate Rios: die Favelas gehen in die reicheren Stadtteile über.

Auf Grund der Wahlen funktioniert Rio an diesem Tag ein wenig anders: die Innenstadt ist hektisch und der berühmteste Strand der Stadt, die Copacabana, wie leergefegt. Abends feiern die Leute hier zwischen den zahlreichen Bars. Volksfest in Rio? Nein, Alltag. Unsere Abendplanung übernahmen Miguel, Patricia und Selina.

Am Montag galt meine volle Aufmerksamkeit dann den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Künstlerviertel Santa Teresa und der Pão de Açúcar — der Zuckerhut — mit einer wunderbaren Sicht über die Stadt. Der Club am Abend war ein wenig verrückt. Im Obergeschoss fanden sich Spielkonsolen aus den 80ern und eine kleine Boutique — falls man doch nochmal sein Dress wechseln will…

Am Dienstag morgen fuhren wir mit der Bergbahn auf die Spitzte des Corvovado, um die berühmte Erlöserstatue — Christo redentor — zu besichtigen. Leider war der Berg komplett in Nebel gehüllt, so dass nicht viel mehr als der Podest zu sehen war. Danach ging es zum Strand von Ipanema, der noch schöner ist, als die Copacabana. Irgendwie konnte ich es dann doch nicht lassen mir ein Trikot der Flamengos zu holen. Es hat einige Arbeit gekostet den Verkäufer davon zu überzeugen, dass Nike nicht ihre eigenen Trikots fälscht.

Vor einem Restaurant führten Jugendliche der Capoeira Schulen ihre Kunst vor. Mitten auf der Hauptverkehrsstrasse Akrobatik pur. Den letzten Abend in Rio verbrachten wir in einer Lounge, die für R$ 40 den kompletten Abend unbegrenzt Bier, Frozen Tequila und kleine Snacks anbot. Und dann war da noch dieses amüsante Missverständnis am Ausgang.

Am Mittwoch vor dem Flug zurück nach Belo wollten wir ein wenig am Strand relaxen. Diesesmal spielte das Wetter mehr oder weniger mit und ich nutzte die Chance, um mir bei Alex ein Tatoo machen zu lassen.

Nun da der Trip zu Ende ist, beschleicht mich mal wieder das Gefühl zu wenig gesehen zu haben. Es lohnt sich mit Sicherheit zwischen Dezember und Februar wiederzukommen. Dann ist hier Sommer. Das Feuerwerk zu Silvester ist weltbekannt und im Februar wetteifern die Sambaschulen und die besten Darbietungen beim Karneval.

Die Pirateninsel 5. Oktober 2006

Posted by Micha in Brasil 2006, Offroad.
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Auf dieser Insel

Nimmt man nichts
Außer Bildern

Lässt man nichts zurück
Außer Fußabdrücken

Tötet man nichts
Außer die Zeit

Das letzte Mal, dass ihr von mir gehört habt, ist nun eine Weile her. Vorherige Woche habe ich die Berichte über das Grillen in der Farm und meine Tage hier in Belo ausgelassen. Nun also wieder mehr Text. Nach einer Busfahrt, die fast so lange dauerte wie mein Flug nach São Paulo (na ja beinahe), kamen wir in Angra dos Reis an. Vom Hafen konnte man die kolossalen Ölfördertürme sehen.

Blauer, wolkenloser Himmel und Temperaturen von vielleicht 35°C. Die Überfahrt zur Ilha Grande verbrachten wir auf einem kleinen Ausflugsschiff. Der erste Blick auf die Tropeninsel: über ihr thront der Pico do Papagaio — der Papageienfelsen. Der Sand an den Stränden ist weiss und palmenbewachsen. Das Meer funkelt türkis in der Sonne und das einzige Dorf Abraão ist nicht viel mehr als eine Strandpromenade. Es reihen sich kleine und einfache Hotels an Restaurants und Bars. Massentourismus wäre fehl am Platze. Die Jungs und Mädels, die tagsüber hier arbeiten, trifft man Abends zum Feiern wieder.

Nach unserer Ankunft beschlossen wir zuerst die Strandbar aufzusuchen, in welcher wir Jonas, der sich als brasilianischer Künstler vorstellte, trafen. Abgesehen von seiner Imitation der deutschen Sprache, die dann doch eher arabisch klang, versucht er Portraits von den Leuten zu verkaufen, dabei trinkt er ein Bier nach dem anderen und ist vermutlich schon morgens total besoffen. Auf einem Boot umrundeten wir die Insel und lernten Chris und Roger kennen. Die beiden holländischen Typen würden uns für die nächsten 2 Tage begleiten. Auf zum Strand ‘Lopes Mendes’, der 2004 unter den schönsten Stränden weltweit war. Später ging es dann in ein kleines Fischrestaurant im Hafen. Die brasilianische Küche ist wirklich hervorragend (angefangen beim typischen Reis mit Bohnen, den es hier bei jeglicher Gelegenheit gibt, bis zu den Käsebrötchen), aber das hat es nochmal getoppt. Eine Pfanne voll Scholle, Krabben und Oktupus, dazu das typische, leichte, brasilianische Bier knapp über dem Gefrierpunkt.

Am nächsten Tag ging es wieder auf eines dieser kleinen Ausflugsschiffe. Eine Tour zur Lagoa Azul. Vielleicht waren es die vielen Schiffe, aber abgesehen von kleinen Fischen und riesigen Seesternen, konnte man beim Schnorcheln nicht viel sehen. Spaß hatten wir in jedem Fall.

Die einzige Disco der Insel wurde vor einigen Wochen von der Polizei geschlossen. Abends lud uns Ron — der Australier umsegelte die Welt schon zum zweiten Mal in seiner Yacht — auf irgendeine sehr private Sambaparty ein.

Am Samstag machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollten wir die Insel zu Fuß erkunden — das alte Gefängnis und der Pico do Papagaio. Wie auch immer: es gibt Unwetter, die man als theatralisch bezeichnen muss und nur aus Blitzen und scheppernden Donner bestehen, ganz im Gegenteil zu ihren tropischen Verwandten, die sich durch ein ausgerägtes Temperament auszeichnen. Das Unwetter, dass sich der Ilha Grande näherte, hatte den Ehrgeiz entwickelt, den Boden mit möglichst viel Regen einzuweichen. Blitz und Donner hielten sich im Hintergrund und schufen eine angemessene Kulisse für den eigentlichen Star auf der Bühne: den Regen.

Am Sonntag ab nach Rio de Janeiro. Der Absturz einer der Maschinen der GOL im Amazonas kurz zuvor und  die überaus hilfreichen Ratschläge von Janos („lass Digicam und Schmuck zuhause, nimm statt Barem Plastik mit und wenn du doch überfallen wirst, lass dich abtasten“ ) haben dazu beigetragen, dass es nicht einfach war die Insel schon nach drei Tagen zu verlassen. Viele, neue Freunde: Mayra, Carol und Ludmila, die Mädchen von der Bar, Janos, Klaus und Jörg, die deutschen Auswanderer, Ron, Chris und Roger, Jonas und die unzähligen Leute, die leider namenlos bleiben müssen. Beim nächsten Besuch auf der Insel werde ich mir kein Hotel nehmen. Die Einladung steht.

Es geht weiter mit Teil II: Neues vom Zuckerhut.