Die Pirateninsel 5. Oktober 2006
Posted by Micha in Brasil 2006, Offroad.trackback
Auf dieser Insel
Nimmt man nichts
Außer BildernLässt man nichts zurück
Außer FußabdrückenTötet man nichts
Außer die Zeit

Das letzte Mal, dass ihr von mir gehört habt, ist nun eine Weile her. Vorherige Woche habe ich die Berichte über das Grillen in der Farm und meine Tage hier in Belo ausgelassen. Nun also wieder mehr Text. Nach einer Busfahrt, die fast so lange dauerte wie mein Flug nach São Paulo (na ja beinahe), kamen wir in Angra dos Reis an. Vom Hafen konnte man die kolossalen Ölfördertürme sehen.

Blauer, wolkenloser Himmel und Temperaturen von vielleicht 35°C. Die Überfahrt zur Ilha Grande verbrachten wir auf einem kleinen Ausflugsschiff. Der erste Blick auf die Tropeninsel: über ihr thront der Pico do Papagaio — der Papageienfelsen. Der Sand an den Stränden ist weiss und palmenbewachsen. Das Meer funkelt türkis in der Sonne und das einzige Dorf Abraão ist nicht viel mehr als eine Strandpromenade. Es reihen sich kleine und einfache Hotels an Restaurants und Bars. Massentourismus wäre fehl am Platze. Die Jungs und Mädels, die tagsüber hier arbeiten, trifft man Abends zum Feiern wieder.


Nach unserer Ankunft beschlossen wir zuerst die Strandbar aufzusuchen, in welcher wir Jonas, der sich als brasilianischer Künstler vorstellte, trafen. Abgesehen von seiner Imitation der deutschen Sprache, die dann doch eher arabisch klang, versucht er Portraits von den Leuten zu verkaufen, dabei trinkt er ein Bier nach dem anderen und ist vermutlich schon morgens total besoffen. Auf einem Boot umrundeten wir die Insel und lernten Chris und Roger kennen. Die beiden holländischen Typen würden uns für die nächsten 2 Tage begleiten. Auf zum Strand ‘Lopes Mendes’, der 2004 unter den schönsten Stränden weltweit war. Später ging es dann in ein kleines Fischrestaurant im Hafen. Die brasilianische Küche ist wirklich hervorragend (angefangen beim typischen Reis mit Bohnen, den es hier bei jeglicher Gelegenheit gibt, bis zu den Käsebrötchen), aber das hat es nochmal getoppt. Eine Pfanne voll Scholle, Krabben und Oktupus, dazu das typische, leichte, brasilianische Bier knapp über dem Gefrierpunkt.





Am nächsten Tag ging es wieder auf eines dieser kleinen Ausflugsschiffe. Eine Tour zur Lagoa Azul. Vielleicht waren es die vielen Schiffe, aber abgesehen von kleinen Fischen und riesigen Seesternen, konnte man beim Schnorcheln nicht viel sehen. Spaß hatten wir in jedem Fall.




Die einzige Disco der Insel wurde vor einigen Wochen von der Polizei geschlossen. Abends lud uns Ron — der Australier umsegelte die Welt schon zum zweiten Mal in seiner Yacht — auf irgendeine sehr private Sambaparty ein.
Am Samstag machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollten wir die Insel zu Fuß erkunden — das alte Gefängnis und der Pico do Papagaio. Wie auch immer: es gibt Unwetter, die man als theatralisch bezeichnen muss und nur aus Blitzen und scheppernden Donner bestehen, ganz im Gegenteil zu ihren tropischen Verwandten, die sich durch ein ausgerägtes Temperament auszeichnen. Das Unwetter, dass sich der Ilha Grande näherte, hatte den Ehrgeiz entwickelt, den Boden mit möglichst viel Regen einzuweichen. Blitz und Donner hielten sich im Hintergrund und schufen eine angemessene Kulisse für den eigentlichen Star auf der Bühne: den Regen.

Am Sonntag ab nach Rio de Janeiro. Der Absturz einer der Maschinen der GOL im Amazonas kurz zuvor und die überaus hilfreichen Ratschläge von Janos („lass Digicam und Schmuck zuhause, nimm statt Barem Plastik mit und wenn du doch überfallen wirst, lass dich abtasten“ ) haben dazu beigetragen, dass es nicht einfach war die Insel schon nach drei Tagen zu verlassen. Viele, neue Freunde: Mayra, Carol und Ludmila, die Mädchen von der Bar, Janos, Klaus und Jörg, die deutschen Auswanderer, Ron, Chris und Roger, Jonas und die unzähligen Leute, die leider namenlos bleiben müssen. Beim nächsten Besuch auf der Insel werde ich mir kein Hotel nehmen. Die Einladung steht.
Es geht weiter mit Teil II: Neues vom Zuckerhut.
der strand! und…und das wasser! und blauer himmel! brasilianische ärsche! cocktails! surfbrett!
—> FUCK YOU! womit hast du das verdient???
wenn ich mich nicht doch noch dazu entschließe hier zu bleiben, kannst du mich am 15.10 in karlsruhe in die arme schließen
ziemlich erholt und mit ein paar flaschen des besten cachaças.
ich will aaaaaaaauuuuuuch! ich mag dich jetzt nimmer micha. damit du es weisst. und das kannst du nur ändern indem du bilder von dir in brasilien ins netz stellst auf denen es regnet und alle leute schlechte laune haben.